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Backnanger Sterngucker

lokal und weltweit gewebt

Erfahrungsberichte
Erste Erfahrungen mit
dem Coronado PST
Bericht von Gerd Huissel

Aufbau des 30-Zöllers
Das Coronado PST im Doppelpack
mit dem Zeiss E 50/540

Für meinen Sommerurlaub 2005 habe ich mir unser gemeinsames PST, das Personal Solar Telescope, ausgeliehen. Parallel zum kleinen Zeissrefraktor 50/540 mit Herschelkeil für die Weisslicht-Beobachtung der Sonne habe ich das PST auf einer azimutalen AZ3 Montierung von Synta befestigt. Dadurch erhielt ich eine leichte und kompakte Ausrüstung für die Sonnenbeobachtung. Sehr praktisch ist der integrierte Sonnensucher des PST, mit dem sehr schnell und unproblematisch die Sonne in das Gesichtsfeld eingestellt werden kann.

Um gute Beobachtungsergebnisse zu bekommen, erfordert es eine exakte Fokussierung und Einstellung des Kippfilters. Dazu ist etwas Geduld erforderlich. Eine Abschattung des Okulars und des Beobachterauges durch geeignetes Equipment, wie z.B. einem breitrandigen Sonnenhut, erhöht deutlich den Komfort bei der Beobachtung mit dem PST.

Das mitgelieferte 12mm Kellnerokular zeigt bei einer Vergrößerung von 33-fach noch lange nicht die Leistungsfähigkeit des PST auf. Das optional erhältliche 12 mm Cemax Okular von Coronado bietet durch besseren Kontrast einen helleren Anblick der Protuberanzen. Um die optimale Leistung zu erhalten sollte zusätzlich noch eine 2-fach Barlowlinse oder ein gutes 6mm Okular eingesetzt werden. Eine 60-fache Vergrößerung erschien mir für detaillierte Beobachtungen optimal. Leider kann diese Vergrößerung durch Seeing-Unruhen nicht immer eingesetzt werden. Dieses Problem kann mit einem geeigneten Zoom-Okular umgangen werden.

Eigentlich bin ich nicht unbedingt ein Freund von Zoom-Okularen, aber mein Zoom 6,5-18 von Celestron wurde am PST mein Lieblingsokular. Von der Übersicht bei 22-fach bis zur Detailbeobachtung bei 61-fach wird stufenlos die Vergrößerung den atmosphärischen Störeinflüssen angepasst. Das relativ kleine Gesichtsfeld von etwa 40° bei der Stufe 18mm störte nicht, das 5mm kleine Blockfilter des PST schränkt das Bildfeld noch enger ein. Ab der Stufe von 12mm ist keine Abblendung des Gesichtsfeldes durch den Rand des Blockfilters wahrzunehmen. Die meisten Beobachtungen finden im Brennweitenbereich von 9,0 bis 6,5mm statt, das entspricht einer Vergrößerung von 45- bis 61-fach.

Für beste Erkennbarkeit von Sonneneruptionen sollte das zu beobachtende Objekt immer in die Mitte des Gesichtsfelds gestellt sein. Am Gesichtsfeldrand nimmt die Erkennbarkeit und der Kontrast deutlich ab. Trotz geringfügiger Schwächen hat mich die Leistung dieses kleinen goldfarbenen Röhrchens sehr beeindruckt. Gegenüber dem Gesehenem im H-Alpha-Licht durch das PST ist die Beobachtung der Sonne im Weißlicht durch mein kleines Zeissfernrohr unspektakulär geworden.

© Backnanger Sterngucker 2002 - 2009