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Backnanger Sterngucker

lokal und weltweit gewebt

Erfahrungsberichte
Skyglow-Filter und Fringekiller
Bericht von Mike Tomitsch

In der Werbung werden der Fringekiller und das Skyglow Filter derzeit als das ultimative Mittel gegen den Farbsaum von Refraktoren und zur Kontrastverstärkung bei der Planetenbeobachtung angepriesen. Einige bekannt gewordene Erfahrungen ergaben aber ein etwas uneinheitliches Bild, so dass wir uns selbst von den Möglichkeiten überzeugen wollten.

Am 17. Februar war es soweit. Gerd Huissel und ich trafen uns in Bürg, oberhalb von Winnenden, Gerd brachte seinen 6-Zoll F5 Fraunhofer mit der Jägers Optik mit, ich stellte den 12-Zoll Dobson auf, der beim Einsatz mit Zeiss Großfeldbino und Glaswegkorrektor auf eine Brennweite von 3.240 mm kam. Rudi Idler vom Fernrohrland hatte mir den Skyglow und den Fringe Killer in der 2-Zoll Version zur Verfügung gestellt.

  • Gerds Kurzer scheint schon ziemlich extrem zu sein. Trotz des Fringekillers zeigt sich bei Jupiter ein lila Farbsaum. Die kurze Brennweite und das Objektiv nach Fraunhofer lassen sich eben nicht verleugnen. Laut Gerd brachte auch der Skyglow-Filter keine Verbesserung. Sein üblicher Kommentar: „Ein Farbfernseher bleibt eben ein Fabfernseher“.
  • Bei meinem Dob mit Bino brachte der Fringekiller ein stark gelb eingefärbtes Bild. Der Skyglow schien das Bild unangenehm aufzuhellen, die Strukturen auf Jupiter wurden jedoch mit höherem Kontrast gezeigt, in der Detailwahrnehmung konnte ich eindeutig eine Verbesserung erkennen.

Am 27. Februar baute ich meinen 105-er TMB mit 650 mm Brennweite in meinem Garten hinterm Haus auf. Das Bino und der 1,7-fach Korrektor ergaben eine Effektivbrennweite von 1105 mm und mit den 15 mm Okularen erzielte ich eine 74-fache Vergrößerung. Den Korrektor habe ich später auch vor dem Zenitspiegel bei dann etwa 1.400 mm Brennweite und 95-facher Vergrößerung.

  • Ich stelle immer wieder erneut fest, dass der TMB doch eine Spitzenoptik ist. Der Rand des aschgrauen Mondlichts war scharf abgegrenzt, direkt daneben waren nadelfein abgebildete Sterne zu sehen. Immerhin wer Mond war an diesem Abend bereits sechs Tage alt. Weder der Skyglow, noch der Fringekiller brachten eine Verbesserung. Der Skyglow färbte das Bild leicht lila ein, der Fringekiller unangenhem gelb.
  • en Saturn beobachtete ich dann gegen 21:00 Uhr nach dem Umbau auf monokular. Das Seeeing erlaubte leider keine höheren Vergrößerungen als etwa 100- bis 120-fach. Beide Filter bestätigten meine vorher gemachten Beobachtungen am Mond, auch eine halbe Stunde später am Jupiter gibt es keine Änderung.

Bei einer dritten Beobachtungssitzung traf ich mich am 16. März mit Michael Altvater in Bürg. Lediglich der Skyglow wurde noch einmal getestet. Wir verwendeten meinen 12-Zoll Dobson mit Bino-Ansatz bei einer Effektivbrennweite von 3240 mm. Leider ließen sich die 2-Zoll Filter nicht am 1,25-Zoll Auszug des 100/700-Refraktors, den Michael von Rudi Idler zum Test zur Verfügung gestellt bekam, testen.

Auch Michael kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Er bemerkt in der Umgebung von Jupiter und Saturn ein Aufhellung des Hintergrundes, der Kontrast auf den Planetenoberflächen wird aber deutlich verbessert, was eindeutig zu mehr Details führt. Ihm erscheint das Bild allerdings nicht lila eingefärbt, er beklagt den fast vollständigen Verlust der Farbwahrnehmung.

Fazit

Lapidar ist die Feststellung, ein farbreines Fernrohr braucht keinen Fringekiller. Die unangenehme Gelbfärbung in solch einem Fernrohr rührt wohl daher, dass insbesondere Violett heraus gefiltert wird und diese Farbe dann im Bild fehlt. Besonders lichtstarke Fraunhoferfernrohre zeigen trotzdem noch einen violetten Saum. Refraktoren mit moderaten Öffnungsverhältnissen werden vom Fringekiller eher profitieren, F5 ist schon arg extrem.

Das Skyglow-Filter zeigt auch am farbreinen Fernrohr kontrastreichere Details. Wer, je nach individuellen Eindruck, mit der leichten lila Einfärbung oder mit der verschlechterten Farbwahrnehmung zurecht kommt, erhält sicher ein gutes Werkzeug für die Planetenbeobachtung..

© Backnanger Sterngucker 2002 - 2009