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Backnanger Sterngucker

lokal und weltweit gewebt

19. ITT 2003 in Kärnten
Ein Beitrag von Gerd Huissel

Unser Standort
Unser Standort von oben

30-zölliger Regenschutz
So schützt man sich
mit 30 Zoll vor Regen

Gerd und Micha bei Vorbereitungen
Büroarbeit vor der Nacht

Gerd und Micha bei Vorbereitungen
5 Zoll, 30 Zoll und 6 Zoll
vorbereitet für die Nacht

Gerd justiert den 30-Zöller
Justierung der Optik für die Nacht

Gerds 130er ASBertholds 6-Zoll APQ
5 Zoll Zeiss AS und 6 Zoll Zeiss APQ
Die Planetenkiller

Gerd am Okularende des AS
Gerd wirft einen Blick zur Sonne

Fujinon 25 x 150 Bino
Nur ein Fernglas, dass einfach
so beim Händler rumstand

Erster Tag: Montag,
22. September 2003

Erstmalig haben wir uns entschlossen etwas länger, nämlich von Montag bis Samstag, am Treffen teilzunehmen und somit die Chance auf gute Bedingungen zu erhöhen. Mit dabei waren Reiner ten Hoevel, Michael Altvater, Mike Tomitsch und Gerd Huissel. Mit zwei Autos und einem Anhänger ging es am Montagmorgen los. Michael Altvater und ich waren die Fahrgemeinschaft mit dem 30 Zöller im Anhänger. Nach etwa 8 Stunden Fahrt erreichten wir um 16:30 Uhr unser Ziel vor der Pension Fichtenheim auf der Emberger Alm in Kärnten.

Für diesen Ort entschieden wir uns wegen des guten Platzangebotes, da der 30-Zöller doch einen ordentlichen Wendekreis hat. Zweitens wegen der guten Infrastruktur und nicht zuletzt wegen der gastfreundlichen Aufnahme und angenehmen Athmosphäre in der Pension. Zu uns gesellte sich noch Berthold Kohlmeyer mit seinem 6 Zoll APQ. Nach dem Aufbau unserer Teleskope bezogen wir unsere Unterkunft und fanden uns zum Abendessen ein.

Um etwa 20:30 Uhr begann unsere erste Sternennacht in Kärnten. Am Horizont bis in etwa 30° Höhe war es dunstig, so konnten wir uns nur den Mars und einige helle Deepsky-Objekte vornehmen. Nach etwa 3 Stunden verließ uns, aufgrund immer schlechter werdender Bedingungen die Lust am Beobachten und wir fanden uns in der Bar beim Thomas Sattelegger ein. Nach "Hallo" mit ein paar bekannten Gesichtern genossen wir ein Trostbierchen.

Um ca. 2 Uhr lädt uns der Martin Birkmaier zur Beobachtung an seinem Instrumentarium ein. Am inzwischen wieder etwas besseren Himmel ging es mit einem Fujinon Großfernglas 25x150 und einem 20 Zoll F/4 Dobson ans Werk. Damit konnte die Erste Nacht doch noch gerettet werden.

Zweiter und dritter Tag:
Dienstag, 23. September 2003
Mittwoch, 24. September 2003

Am nächsten Morgen beobachteten wir an meinem 130 mm Zeiss Refraktor die Sonne. Die Austattung Herschelkeil und Bino mit 1,7x Glaswegkorrektor konnte anhand schwacher Sichtbarkeit der Granulation und feiner Details einer schönen Sonnenfleckengruppe begeistern. Leider trübte am frühen Nachmittag der Himmel ein und unsere astronomischen Beobachtungen mussten für die Dauer von zwei Tagen pausieren.

Beide Tage und Nächte zeichneten sich durch Bewölkung, Regen und dichten Nebel aus. An astronomische Beobachtungen war nicht zu denken und so wurde der Tag mit Spaziergängen über das Gelände, teilweise bei Sicht unter 50 m, und der Abend bei der Untersuchung der Blaufränkischen Weine, Kalterer See, Hirter Schwarzbier "Morchel" und Kartenspiel verbracht.

Der Wetterbericht prognostizierte für den Donnerstag und Freitag gute Bedingungen. Deshalb nutzten wir einen Teil unserer Zeit, uns für den 30-Zöller ein kleines Beobachtungsprogramm zu erstellen. Mit Hilfe der Uranometria kamen etwa 50 Objekte zusammen, die wir in etwa nach ihrer Sichtbarkeit am Himmel sortierten.

Vierter Tag: Donnerstag,
25. September 2003

Heute kamen weitere Teilnehmer auf dem Treffen an. Zum größten Teil wurden die westlichen Wiesen von den Neuankömmlingen benutzt. Davon überzeugten wir uns bei einem Spaziergang und der Besichtigung der neu aufgebauten Teleskope. Kurz nach Mittag hellte es endlich auf und wir justierten wir unseren 30 Zöller ein. Durch zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen, bei denen das Teleskop fast vollständig demontiert wurde, war eine gründliche Justage nötig.

Nach dem Abendessen um 20:30 Uhr fanden wir uns am 30 Zöller ein. Eine kurze Überprüfung an extra- und intrafokalen Sternabbildungen bestätigte uns eine gelungene Justierung der Optik. Es folgte die für und beste Nacht unseres Aufenthaltes, in der wir einen Großteil unseres Beobachtungsprogramms durchführen konnten. Berichte hierzu gibt es innerhalb einer kleinen Berichtssammlung für dieses Treffen.

Ein Highlight der Nacht war die Sichtung von sechs der acht möglichen Planeten unseres Sonnensystems. Natürlich waren bis nach Mitternacht der Mars sowie in seiner unmittelbaren Nähe die Planeten Uranus und Neptun gut sichtbar. In den frühen Morgenstunden gesellte sich noch der Saturn dazu und bei bereits fortgeschrittener Morgendämmerung konnten Jupiter und Merkur im Doppelpack beobachtet werden.

Fünfter Tag: Freitag,
26. September 2003

Deutlich erkennbar war der Freitag der Hauptanreisetag für die meisten Teilnehmer. Das Gelände füllte sich zusehends und auch die bekannten Händler waren inzwischen vertreten. Bei einem Spaziergang über das gesamte Gelände konnte der Eine oder Andere von uns sich Anregungen für seine Selbstbauprojekte holen.

Für den Abend haben wir uns vorgenommen, an unserem Beobachtungsprogramm weiter zu machen. Leider machte uns eine Gruppe von etwa fünfzehn slowenischen "Nachtausflüglern" eine Strich durch die Rechnung. Der bunt gemischte Kenntnisstand der Gruppe erforderte einen regelrechten "Führungsbetrieb" und immer wieder erneutes Einstellen weggelaufener oder herausgeschubster Objekte. Das waren wir nicht bereit, auf englisch und über mehrere Stunden zu leisten. In Anbetracht unserer Rückreise am nächsten Vormittag haben wir gegen 2:00 Uhr morgens unsere Beobachtungen einstimmig abgebrochen und sind schlafen gegangen.

Am Samstagmorgen verpackten wir unsere Siebensachen und machten uns nach der Verabschiedung wieder auf den Heimweg. Die Reise am Samstag war wesentlich angenehmer, als am Sonntag, wie wir es bei früheren Treffen gemacht haben. Ohne Stau und Stress kamen wir wieder zu Hause an und hatten den Sonntag für die reine Erholung zur Verfügung.

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