

Mein 6-Zoll F5 Objektiv stammt aus der Zeit vor den Chinakrachern und ist diesen auch in der optischen Leistung überlegen. Leider existiert der damalige Hersteller, die Firma Jaegers, seit Ende der 80er Jahre nicht mehr. Der Vorbesitzer, Uwe Weigele, konnte dieses Objektiv 1993 gebraucht in den USA erstehen und überließ mir 1995 die Optik und einen dazu passenden Tubus zu einem Freundschaftspreis.
Anfangs wurde der Tubus durch einen 2-Zoll Refraktorauszug von Vixen ergänzt und der Kometensucher abwechselnd mit dem AS130 Refraktor auf meiner Saturnmontierung verwendet. Beide Fernrohre gleichzeitig aufzubauen, zum Beispiel fürs Gruppenspechteln, war nicht möglich.
Deshalb begann ich 1998 eine Dobsonmontierung für das Gerät zu bauen. Heraus gekommen ist eine Kiste, die zugleich als Stativ dient und den Transport des Teleskops in einem Stück ermöglicht. Das Instrument kann vom Azimutlager mitsamt den Höhenrädern abgenommen und in der Stativkiste verstaut werden. Nun kann das Fernrohr besser seinem eigentlichen Zweck, dem Spazierenschauen am Himmel, gerecht werden.
Ein Kometensucher ermöglicht für die jeweilige Öffnung maximal erreichbare Gesichtsfelder mit nadelfeinen Sternabbildungen. Das Bild vermittelt für mich immer einen sehr ästethischen Eindruck. Bei meiner 6 Zoll F5 Refraktoroptik liegt die maximale Vergrösserung ohne auffälliges sekundäres Spektrum bei etwa 80-fach. Diesen Kometensucher als Planetenteleskop mit höheren Vergrößerungen zu betreiben, verstehe ich als Missbrauch.
Seine Bewährungsprobe bestand dieses Teleskop unter Anderem auch bei unseren Führungen, die wir für die interessierte Öffentlichkeit veranstalten. Große Sternhaufen wie h+Chi im Perseus oder die Messierobjekte im Fuhrmann bieten einen schönen Eindruck mit viel Platz darum herum. Die Andromedagalaxie lässt sich schön vom Hintergrund lösen, leichter als in einem großen Dobson. Und zu einem richtigen Fernrohr hat der Laie nun mal mehr Zutrauen, als zum besten Fernglas.