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Backnanger Sterngucker

Selbstbauprojekte

Gerd Huissels Seiten

Mein erstes richtig funktionierendes Teleskop war ein 75/1200mm Refraktor von Unitron, das ich seinerzeit anlässlich der Betriebsaufgabe der Firma Wachter erworben habe. Diese Optik lieferte scharfe und kontrastreiche Abbildungen bis etwa zu 200-facher Vergrösserung. Bei mittelmässigem Seeing waren die Abbildungen am Planeten grösseren Spiegeloptiken immer überlegen.

Nach einer Beobachtungsnacht bei den Sternfreunden in Wertheim 1987 mit 45- und 60 cm Newtonspiegeln erwischte mich hoffnungslos das Öffnungsfieber. Schon am nächsten Tag habe ich einen 45 cm Spiegel bei Coulter Optical in USA geordert. Der Unitronrefraktor musste leider als Anzahlung daran glauben. Nach über 2 Jahren Lieferzeit begann dann meine Phase der Dobsonitis und damit des Selbstbaus. Mehrere Dobsons sind im Lauf der Jahre entstanden.

Bei all den Beobachtungen mit Dobson-Teleskopen und ihren grossen Öffnungen, inzwischen sind es 76 cm, habe ich jedoch nie die perfekten nadelscharfen Sternabbildungen meines kleinen Unitron-Refraktors vergessen. Back to the Roots hieß es dann für mich ab 1993 und ich bin zum Pendler zwischen den Refraktorleuten und den Dobsonauten geworden.

Um für viele Objekte gut gerüstet zu sein, bietet sich dem Linsenliebhaber auch der Gebrauch von zwei preisgünstigeren Fraunhofer-Fernrohren anstelle eines in Summe teureren Apochromaten an. Eine langbrennweitige Version für die Beobachtung von Sonne, Mond und Planeten, und eine kurzbrennweitige für Deep-Sky und Richfield-Beobachtungen. Die Vorteile für den langen Refraktor: Geringerer Farbfehler und es können relativ langbrennweitige Okulare mit bequemem Augenabstand verwendet werden um die Vergrößerungsmöglichkeiten zu nutzen.

Mit einem 152/760mm Kometensucher sind mehr als 3 Grad Feld bei 6 mm Austrittspupille möglich. Die bezahlbare Obergrenze liegt derzeit bei 150 mm Objektivdurchmesser. Seit solche Optiken auch in China produziert werden, bekommt man sie zu Discounterpreisen. Darüber hinaus wird es relativ teuer und zu bunt.

Viele der preiswerten handelsüblichen Okularauszüge stellten sich in ihrer Präzision als unzureichend für meine Refraktoren heraus. Mit schwerem Zubehör, zum Beispiel dem von mir gern verwendeten Grossfeldbino, kommen selbst allgemein als gut empfundene Modelle an ihre Grenzen. Bevor ich mir mit der Optimierung des vorhandenen Materials das Leben schwer machte, habe ich mich im Frühjahr 2004 lieber für vollständige Eigenkonstruktionen entschieden. Meine beiden Refraktoren erhielten Okularauszüge nach Crayford-Bauart. Damit habe ich zum Beispiel auch die Vignettierung in meinem Jaegers Refraktor in den Griff gekriegt.

Klein, kleiner, am Kleinsten? Nicht um jeden Preis, der Reisedobser ist meines Erachtens ein ganz guter Kompromiss zwischen Leichtgewicht, kompakten Maßen und Stabilität geworden. Auch bei einer größeren Reise findet sich für das Teleskop immer ein freies Plätzchen.

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